|
09.06.2026
15:00 Uhr
|
Ein Basteltrend bringt bunte Minirechner. Chipfabrik-Angestellte erstreiten hohe Zulagen. Teures RAM führt zu kuriosen Komponenten und eine EU-CPU legt los.

Unter der Bezeichnung Cyberdeck, die dem 1984 erschienen Roman Neuromancer von William Gibson entliehen ist, erleben Basteleien mit Einplatinencomputern und Mikrocontrollern einen neuen Trend. Cyberdeck ist dabei keine genaue Bezeichnung, alles mögliche kann ein Cyberdeck sein. Oft sind es ESP32-Boards, die samt Mini-Display und winziger Tastatur in fantasievollen Gehäusen stecken, oder auch Computerchen aus umfunktionierten Smartphones. Einige Anbieter aus Asien greifen den Trend auf und verkaufen passende Komponenten, darunter die 2016 von Jimmy Lai in der chinesischen Elektronikmetropole Shenzhen nahe Hongkong gegründete Firma M5Stack. Aber auch Raspberry Pi mischt mit und veröffentlicht im Blog Fotos einer Reihe von Cyberdecks auf Raspi-Basis.
Die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen in Chipfabriken von Samsung und TSMC mucken auf: Auch sie wollen vom KI-Hype profitieren. Die Drohung mit einem 18 Tage lang dauernden Streik führte bei Samsung Electronics Mitte Mai zu einer Einigung. Laut der Nachrichtenagentur Reuters erhalten demnach alle Angestellten die Hälfte ihres jeweiligen Jahresgehalts als Bonus zusätzlich ausbezahlt. Zusätzlich schüttet Samsung 10,5 Prozent des operativen Gewinns in Form von Aktien an die Beschäftigten aus. Demnach kann ein Angestellter, der rund 46.000 Euro im Jahr verdient (etwa 80 Millionen koreanische Won), einen Bonus im Wert von mehr als 350.000 Euro einfahren.
Dieser Geldregen brachte nach anderen Medienberichten die taiwanischen Beschäftigten des weltweit größten Auftragsfertigers TSMC auf die Palme: Sie fühlten sich ungerecht behandelt. Bis zum Redaktionsschluss dieser Kolumne war nicht klar, wie der Streit ausging.